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EU legt Kriterienkatalog für eine nachhaltige Finanzwirtschaft vor

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Die Europäische Union (EU) hat ihren Bericht über eine Nachhaltigkeits-Taxonomie vorgelegt. Dabei handelt es sich um einen Kriterienkatalog, der Investoren und Finanzierern Aufschluss über die Nachhaltigkeit von Investments gibt. Der von einer technischen Expertengruppe vorgelegte Taxonomie-Report ist Teil eines größeren Aktionsplans, der im März 2018 zur Umsetzung der Pariser Klimaziele beschlossen wurde. Der Report legt für zahlreiche Bereiche wie beispielsweise Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Elektrizitätswirtschaft und Transport Kriterien fest. Auch die Bereiche Neubau und Immobilien werden von dem Report erfasst.

Martina Hertwig, Partnerin und Wirtschaftsprüferin bei Baker Tilly sowie Mitglied des ZIA-Vorstands, kommentiert: „Grundsätzlich soll die Taxonomie helfen einheitliche Standards im Bereich Nachhaltigkeit zu entwickeln. Der Report misst dem Immobiliensektor eine große Bedeutung für die Erreichung der Klimaziele bei. Immobilien sind in der EU für vierzig Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Kohlenstoffemissionen verantwortlich. Die Expertengruppe hat entschieden, den Energieverbrauch als primären Maßstab zu verwenden. Dies soll jedoch nur eine Übergangslösung sein. Nach und nach sollen zudem auch die Treibhausgasemissionen von Immobilien als Kriterien verwendet werden.“

Die Expertengruppe hat im Immobiliensektor vier verschiedene wirtschaftliche Aktivitäten identifiziert, für die Kriterien zur Messung der Nachhaltigkeit erarbeitet wurden. Dabei handelt es sich um Neubau, die Renovierung von bestehenden Immobilien, individuelle Renovierungsmaßnahmen und den Ankauf von Immobilien.

Als nachhaltig werden alle Immobilien eingestuft, die zu den Top-15-Prozent in Bezug auf Energieeffizienz und Treibhausgasemission innerhalb ihrer Peergroup zählen. Dieser Grenzwert soll sukzessive angehoben werden, um im gesamten Immobiliensektor das Null-Emissionensziel im Jahr 2050 zu erreichen.

„Mit der Taxonomie und deren Umsetzung wird das Thema green Finance noch einen deutlich höheren Stellenwert bekommen als bislang. Der Druck kommt unter anderem vonseiten der Investoren und den Banken, die ihren Investitionsentscheidungen verstärkt Nachhaltigkeitsmotive zugrunde legen. Die Einführung der Taxonomie wird verschiedene Auswirkungen auf den Immobiliensektor haben. Indem Eigentümer und Entwickler Zugang zu ‚grünen‘ Finanzierungen bekommen, wird die Taxonomie in einigen Bereichen Wachstum anregen, bestimmte Transaktionen und die Renovierung von Immobilien mit schlechter Nachhaltigkeits-Performance stimulieren. Marktteilnehmer, die ihre Praxis nicht an die Kriterien anpassen, können ihre Produkte nicht als ‚grün‘ vermarkten und werden an Wettbewerbsfähigkeit verlieren“, sagt Hertwig.

Bis September 2019 läuft die Konsultationsphase für den Taxonomie-Report. Ab September wird die Expertengruppe weitere Empfehlungen zur Umsetzung zusammenstellen. Ab Dezember 2019 wird die Europäische Kommission die Umsetzung in künftigen Rechtsakte vorbereiten. (DFPA/JF1)

Quelle: Pressemitteilung Baker Tilly

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von factum
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